Der Begriff "Neues Nordisches Essen" entstand in den 90ern, als eine Reihe von Akteuren auf dem nordischen Markt den Wunsch hatte, die traditionelle Küche zu stärken, indem sie mehrere nordische Roherzeugnisse auf neue Weise verwendeten und alte Rezepte und oft unbekannte Roherzeugnisse und Gerichte wiederentdeckten.
In der Gastronomie war der Startschuss für das Neue Nordische Essen das Restaurant noma, welches 2003 eröffnet wurde und nach einem schwierigen Start dafür bekannt wurde, dass es eine nordische Küche geschaffen hatte, die nun mit der französischen Küche und den molekularen Köchen aus England und Spanien konkurrieren kann.
2004 entwarfen eine Reihe nordischer Köche, mit dem Dänen Claus Meyer an der Spitze, ein Nordisches Küchenmanifest, das Anforderungen und Erwartungen an die nordische Küche stellte.
Seit 2005 hat der Nordische Ministerrat auf Grundlage des erwähnten „Nordischen Küchenmanifestes“ daran gearbeitet, die Verbreitung des Neuen Nordischen Essens sowohl unter den Verbrauchern intern als auch in den nordischen Ländern und international zu fördern. http://www.nynordiskmad.org/
In Dänemark gibt es große regionale Unterschiede, was die Verbreitung des Neuen Nordischen Essens betrifft. Generell wird das Wissen darum geringer, je weiter man sich von Kopenhagen entfernt.
Neues Nordisches Essen hat einen guten Stand in den Großstädten, wo ein kaufkräftiges Publikum gern für die höhere Qualität und Besonderheit eines Produktes bezahlt. Das Schwierige ist, die großen Produzenten und Einzelhandelsketten dazu zu bringen, sich für diesen neuen Typ von high-end Lebensmitteln mit deren Anspruch an traditionelle Herstellungsweise und regionale Verankerung zu interessieren. Dagegen ist Neues Nordisches Essen für kleine und mittelgroße Unternehmen wie auf den Leib geschneidert, da diese ihre Herstellung auf Spezialprodukte besser einrichten können.
Für die großen Einzelhandelsketten geht es darum, inwieweit die Hersteller in ausreichendem Maße liefern können und Lieferstabilität garantieren können. Besonders in Zeiten von Finanzkrisen liegt das Interesse der Ketten darin, Produkte zu kaufen, die den verschiedenen Niveaus entsprechen können, so dass sie nicht nur Gourmet-Niveau haben. Das stellt große Anforderungen an die Hersteller.
Viele der Produkte sind wirklich gut. Jedoch ist es teuer, qualitativ gute nordische Öle, Fischprodukte, Brot und Gemüse herzustellen, und eine Umstellung auf Massenproduktion birgt die Gefahr, dass einem Produkt die Bezeichnung Neues Nordisches Essen abgesprochen wird.
Die Zukunft für Neues Nordisches Essen liegt eher im Export. Global gibt es einen wachsenden Markt für Nischenerzeugnisse mit einer regionalen Geschichte. Die Herausforderung besteht darin, die Geschichte mitzubringen, wenn man Produkte exportiert.
Noma ist das beste Restaurant der Welt. Das britische kulinarische Restaurant Magazin hat das dänische Restaurant zur Nummer 1 auf seiner anerkannten Liste über Restaurants der Weltklasse gekürt.
Mit Nomas Auszeichnung wird Dänemark auf der gastronomischen Weltkarte ernst zu nehmen sein. Die Hoffnung ist es selbstverständlich, dass dies viele Gastro-Touristen in die Region zieht. Nomas Küchenchef Rene Redzepis ist es tatsächlich gelungen, nordisches Essen auf die internationale Gourmet-Agenda zu setzen.
Forschungsprojekt OPUS: optimales Gedeihen, Entwicklung und Gesundheit für dänische Kinder durch ein gesundes "Neues Nordisches Alltagsessen“, ist ein Forschungsprojekt, das über einen Zeitraum von 5 Jahren läuft (2009 – 2013). Es soll dazu beitragen, die Gesundheit der Kinder in Dänemark zu verbessern.
Das Forschungsprojekt OPUS der Kopenhagener Universität hat gerade eine neue Website gestartet: der Ideentopf. Die Homepage fordert alle auf, von Hausfrauen über Köche bis zu Lehrern, Eltern und anderen, die mit Kindern arbeiten, bei der Gestaltung des Neuen Nordischen Alltagsessens mitzuhelfen. Dadurch soll die Homepage Wissen vermitteln und Inspiration für die neue Nordische Küche sein http://www.idegryden.dk
5 Schulen in Kopenhagen sind in Verbindung mit dem OPUS-Projekt für die Gesundheit der Kinder zu neuen „madskoler“ ernannt worden. Die Kinder lernen hier alles über die Zubereitung von Essen, die Qualität der Lebensmittel und die verschiedenen Lebensmittelprodukte www.foodoflife.dk
Quelle: Die Lebensmittelabteilung der Kgl. Dänischen Botschaft, Berlin